Was kostet eine Innenarchitektin?

Honorare, Modelle und was Sie dafür bekommen

„Was kostet das?“ ist die Frage, die wir im Erstgespräch am häufigsten hören. Meistens kommt sie etwas verlegen, fast so, als wäre sie unhöflich. Ist sie nicht. Wer ein Haus umbaut oder eine Wohnung saniert, bewegt schnell sechsstellige Beträge. Da will man wissen, was die Planung davon ausmacht und ob sie sich lohnt.

In diesem Beitrag erklären wir, wie Innenarchitektinnen in Österreich abrechnen, mit welchen Größenordnungen Sie rechnen können und worauf Sie beim Vergleich von Angeboten achten sollten.

Nadine Seiser, Was kostet eine Innenarchitektin

Kurz beantwortet

In Österreich gibt es keine verbindliche Honorarordnung für Innenarchitektur. Honorare werden frei vereinbart.

Keine Honorarordnung: Was das für Sie bedeutet

In Deutschland gibt es die HOAI, eine Honorarordnung mit festen Rechenwegen. In Österreich wurde die verbindliche Honorarordnung schon vor vielen Jahren abgeschafft. Die alten Tabellen dienen heute höchstens noch als Orientierung.

Einen Anhaltspunkt bietet die Honorarrichtlinie des Bundes Österreichischer Innenarchitektur (BÖIA). Sie nennt als Richtwert für Innenarchitektinnen 145 bis 180 Euro pro Stunde, für besonders komplexe Einzelberatungen bis 250 Euro. Diese Beträge verstehen sich ohne Umsatzsteuer.

Für Sie heißt das zweierlei. Erstens sind Angebote verschiedener Büros oft schwer vergleichbar, weil jedes anders kalkuliert. Zweitens lohnt es sich, genau hinzuschauen, was in einem Angebot enthalten ist, und nicht nur, wie viel es kostet.

Die drei Abrechnungsmodelle

1. Stundensatz

Der Klassiker für Beratungen, erste Konzepte und klar abgegrenzte Aufgaben. Sie zahlen den tatsächlichen Aufwand. Das ist fair, solange noch nicht klar ist, wie groß das Projekt wird. Der Nachteil: Die Endsumme steht am Anfang nicht fest. Ein seriöses Büro schätzt den Aufwand deshalb vorab und informiert Sie, bevor die Schätzung überschritten wird.

2. Pauschale

Ein Fixpreis für ein genau beschriebenes Paket, zum Beispiel „Konzept und Möblierungsplan für Wohnküche und Wohnzimmer“. Das gibt Ihnen Planungssicherheit, setzt aber voraus, dass der Umfang sauber definiert ist. Wichtig ist, wie viele Änderungsrunden enthalten sind. Hier entstehen später die meisten Missverständnisse.

3. Prozentsatz der Baukosten

Bei größeren Umbauten üblich, vor allem wenn Planung und Bauleitung zusammen beauftragt werden. Das Honorar wächst mit dem Projekt mit. Als grobe Orientierung werden für Planung und Entwurf häufig 8 bis 15 Prozent der Baukosten genannt, für die Begleitung auf der Baustelle kommen einige Prozent dazu. Der Vorteil: Das Honorar skaliert logisch. Der Nachteil: Steigen die Baukosten, steigt auch das Honorar. Deshalb gehört eine klare Kostenkontrolle ins Paket.

Was die Kosten wirklich beeinflusst

Das Abrechnungsmodell ist eher die Verpackung. Den Inhalt bestimmen diese Faktoren:

  • Neubau oder Bestand: Ein Altbau hat Eigenheiten. Schiefe Wände, alte Leitungen, Überraschungen hinter dem Putz. Das braucht mehr Planung und mehr Präsenz auf der Baustelle.
  • Leistungstiefe: Ein Farb- und Materialkonzept ist schnell erstellt. Detailpläne für Einbauschränke, Lichtplanung und Ausschreibungsunterlagen für alle Gewerke sind ein Vielfaches an Arbeit.
  • Bauleitung ja oder nein: Wer die Umsetzung selbst koordiniert, spart Honorar, trägt aber auch das Risiko.
Leistungen | Schlüsselfertige Übergabe

Warum der Preisvergleich oft hinkt

Nehmen wir an, Sie haben zwei Angebote auf dem Tisch. Das eine ist deutlich günstiger. Bevor Sie sich freuen, lohnt sich ein Blick auf diese Fragen:

  • Sind Detailpläne und Ausführungspläne enthalten oder nur ein Konzept?
  • Werden die Ausschreibung und der Vergleich der Handwerkerangebote übernommen?
  • Ist eine Begleitung auf der Baustelle dabei, und wie oft?
  • Sind Visualisierungen, Fahrtkosten und Umsatzsteuer enthalten?

Oft stellt sich heraus: Das günstigere Angebot endet dort, wo die eigentliche Arbeit anfängt. Das Konzept ist schön. Wer es aber auf der Baustelle mit acht Gewerken umsetzt, steht nicht drin.

Deshalb bieten wir bei SEISER Innenarchitektur und Baumanagement aus einer Hand an. Wer den Entwurf plant, kennt ihn auch auf der Baustelle am besten. Das spart Abstimmungsschleifen, Missverständnisse und am Ende meistens Geld.

Rechnet sich das überhaupt?

Ehrlich gesagt: Beim Honorar sparen Sie mit einer Innenarchitektin nichts, das kostet zuerst einmal. Die Rechnung geht woanders auf. Fehler, die auf dem Papier fünf Minuten zum Korrigieren brauchen, kosten auf der Baustelle Tage und Tausende Euro. Eine Steckdose hinter dem Einbauschrank, eine Dusche ohne ausreichendes Gefälle, ein Küchenblock, der den Weg zur Terrasse versperrt. Das passiert nicht aus Schlamperei, sondern weil niemand das Ganze im Blick hatte.

Dazu kommen die Punkte, die sich schwer in Euro ausdrücken lassen: dass Handwerkerangebote wirklich vergleichbar sind, weil sie auf derselben Ausschreibung beruhen. Dass jemand die Kosten und die Qualität laufend kontrolliert. Und dass Sie am Abend nicht noch mit dem Installateur telefonieren müssen, weil der Fliesenleger morgen

So läuft es bei uns

Am Anfang steht immer ein persönliches Gespräch. Wir schauen uns an, was Sie vorhaben, was schon da ist und wo Sie Unterstützung brauchen. Danach bekommen Sie ein Angebot, in dem klar steht, welche Leistungen enthalten sind. Sie können uns für das gesamte Projekt beauftragen oder nur für einzelne Schritte, etwa die Konzeptplanung oder die Bauleitung.

Es gibt kein kostenloses Erstgespräch

Häufige Fragen

Was kostet eine Innenarchitektin pro Stunde?
Die Honorarrichtlinie des Berufsverbands BÖIA nennt 145 bis 180 Euro netto als Richtwert. Erfahrung, Spezialisierung und Region spielen eine Rolle.

Gibt es in Österreich eine Honorarordnung für Innenarchitekten?
Nein. Honorare werden frei vereinbart. Richtlinien von Berufsverbänden dienen als Orientierung, sind aber nicht verbindlich.

Sind die Preise inklusive Umsatzsteuer?
Viele Angebote und Richtwerte verstehen sich netto. Als Privatperson zahlen Sie zusätzlich 20 Prozent Umsatzsteuer. Fragen Sie im Zweifel nach.

Kann ich eine Innenarchitektin auch nur für einzelne Räume beauftragen?
Ja. Auch die Planung einer Küche, eines Bades oder eines einzelnen Wohnraums ist möglich. Bei kleinen Projekten ist eine Pauschale oft die übersichtlichste Lösung.

Ist Bauleitung im Honorar enthalten?
Das hängt vom Büro und vom Angebot ab. Viele planen nur. Bei SEISER können Sie Planung und Bauleitung gemeinsam beauftragen.

Leistungen | Detail & Ausführungsplanung

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